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Wer liest schon Gedichte. Heutzutage. Wozu auch.

So oder ähnlich eine weit verbreitete Ansicht. Allerdings ein Dafürhalten, das einen vollkommen antiquierten Lyrikbegriff als Zitatengrundlage heranzieht. Wer  das Gedicht, die Lyrik als überholtes Genre ansieht, befasst sich eventuell, wenn überhaupt, mit schlechten Gedichten. Denn gerade in diesem Bereich begegnet den RezipientInnen ein interessantes Phänomen, das sich, noch ausgeprägter als in anderen Literaturgattungen, förmlich aufdrängt – verknappt ausgedrückt: niemand will Lyrik lesen, aber alle, die schreiben, meinen (auch) gute LyrikerInnen zu sein.

Dazu ein Doyen der Dichtung in unmissverständlicher Deutlichkeit: "Die Lyrik ist mittlerweile die Domäne der Dummen. In der Lyrik wird heute so beschränkt geschrieben wie auf keinem anderen Gebiet. Wann das begonnen hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nach der Bachmann." (Julian Schutting im Standard-Interview vom Oktober 2012).

Gegen Beschränkung und Beschränktheit in der aktuellen Lyrik anzutreten, hat sich die Reihe Neue Lyrik aus Österreich unter anderem zum Ziel gesetzt. Poesie hat dort, wo sie über Fokus, Form und Aussage verfügt, nichts mit dem Poesiealbum zu tun und nichts mit larmoyanter Innerlichkeitsnabelschau, die in jedweder Genreabteilung von eher mäßigem Interesse ist.

Das Gedicht erfordert sowohl in seiner Genese als auch bei der Lektüre bestimmte Voraussetzungen. Die Verdichtung eines Bildes auf dem Raum einer Nadelspitze, beispielsweise, Assoziationsfreiraum und Interpretationsspielraum – und deren Nutzung. Das Gedicht ist keineswegs der literarische Weichzeichner oder das Abfallprodukt der ernstzunehmenden Literatur. Das Gedicht fordert Schreibende wie Lesende. Und es greift an. Viele Ebenen.

Der neuen Lyrik und ihren ProtagonistInnen eine zeitgemäße Bühne zu bieten und LeserInnen (wieder) zu motivieren, sich auf die Auseinandersetzung mit dem Gedicht einzulassen, ist Absicht der mit 2013 startenden Reihe. In der Kombination von arrivierten DichterInnen und vielversprechenden Neuentdeckungen stellt das HerausgeberInnen-Trio (Nils Jensen, Sylvia Treudl, Hannes Vyoral) in vier Einzeltiteln pro Jahr Arbeiten österreichische LyrikerInnen vor. Auf jeweils 64 Seiten, in schlanker, unprätentiöser Aufmachung, bewusst auf kommentierende Einlassungen wie Vor- oder Nachwort verzichtend, erscheinen bislang unveröffentlichte Gedichte.

Von inhaltlicher Kraft, Eloquenz und einem vielschichtigen Spiel mit formalen Möglichkeiten überzeugen: 

2013

2014

2015

2016

2017

Der Einzelpreis pro Band beträgt € 16,50.

Die gesamte Reihe (pro Jahrgang) kann auch als Abonnement (2013, 2014, 2015, 2016) zum Vorzugspreis von € 48,00 (€ 12,00/Band, zzgl.  Versandkosten) erworben werden.

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